Stärke der Vielfalt - Generationen-Diversität von Babyboomer bis Alpha

Die für den Arbeitsmarkt jetzt und in naher Zukunft relevanten Arbeitskräfte sind die Generationen:

  • Babyboomer, heute ca. 56-71 Jahre alt,
  • Gen X, ca. 41-56 Jahre,
  • Gen Y, ca. 26-41 Jahre,
  • Gen Z, ca. 11-26 Jahre,
  • Gen Alpha, bis ca. 11 Jahre.

Doch wie "ticken" diese Generationen genau, und kann man Menschen bestimmter Altersklassen überhaupt in einer Gruppe verallgemeinernd zusammenfassen?

Ja, man kann! Natürlich sind wir alle verschieden. Und doch machen Menschen ähnlicher Altersklassen ähnliche Erfahrungen in der Welt, die sie umgibt; werden ähnliche Werte, Einstellungen, Ziele, ähnliches Verhalten und Miteinander geprägt.

 

Um diese Ähnlichkeiten geht es bei der Einteilung in eine Generation. Und 15 Jahre sind ein adäquater Zeitrahmen, um technische, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen bestimmter Altersklassen zusammenzufassen und damit z.T. eklatante Unterschiede zwischen den Generationen sichtbar zu machen. 

 

Zwei Beispiele:

One way vs. multifunctional

In meinen Coachings geht es oft um das Thema Wertschätzung. Je größer die Altersspanne, umso größer die unterschiedlichen Vorstellungen, wie "richtige" Wertschätzung auszusehen hat:

Während Babyboomer oft mit hierarchischen Führungs- und Denkstrukturen im Job "großgeworden" sind, in denen das jährliche Mitarbeitergespräch für das ganze Jahr reichen musste (getreu dem Motto "nicht geschimpft ist genug gelobt"), verlangen die jüngeren Gen Y und Z gerne steten Austausch auf Augenhöhe in alle Richtungen, Transparenz, Mitbestimmungsrecht und unmittelbares Feedback zu all ihren Ideen und Aktionen. Bleibt das aus, weil Chef:In (Babyboomer) das so nicht umsetzen kann / will oder nicht darum weiß, führt das schnell zu Frust bei den Jüngeren und mittelfristig dazu, dass sich diese nach einem neuen Job umsehen, der "besser zu ihnen passt". 

Analog vs. digital

Geklagt wird oft über mangelnde Veränderungsbereitschaft und Widerstand älterer Mitarbeiter:Innen, wenn es um neue digitale Arbeits- und Kommunikationsweisen geht. 

Sicherlich spielen hier viele Aspekte eine Rolle (z.B. die Sorge Älterer, dass bewährte Erfahrungen plötzlich nicht mehr zählen), vergessen darf man aber nicht, dass jüngere Generationen dermaßen digital versiert sind, dass sie ihr Smartphone als eigenes Körperteil sehen, während die Gen X und Babyboomer noch eine Welt ohne Internet (!) kennen - "digital" also erst als Erwachsene lernen mussten und nicht mit der sprichwörtlichen Muttermilch aufgesogen haben. Gen Y und Z haben im Gegenzug mit dem Ruf zu kämpfen, über eine viel zu kurze (social media-bedingte) Aufmerksamkeitsspanne zu verfügen, als dass sie umfangreiche Arbeiten zuverlässig erledigen könnten.

 

Wie gesagt: Niemanden kann, darf und soll in feste Schubladen gesteckt werden; ich habe 70-jährige Veränderungsprofis erlebt und 25-Jährige, denen ein halbjährliches Feedback vom Chef reicht. Der generationengezielte Blick dient der Orientierung, seinen Gegenüber besser einzuschätzen - ein genaues Hinschauen und Hinhören ersetzt das natürlich nicht.

Brücken bauen - produktive Diversität schaffen

Umso wichtiger zu wissen, wie Ihre Mitarbeiter:innen eigentlich "ticken", was sie können, was sie brauchen und wie sie voneinander profitieren können! 

Nicht jeder muss alles können, aber jeder muss mit jedem kommunizieren können. 

 

Unterschiede sind mühsam, unbestritten. Aber: Vielfalt in altersgemischten Teams schafft mit guter Kommunikation untereinander mehr Perspektiven, mehr Austausch, mehr Kreativität, mehr Inspiration, mehr Lernen, mehr Lösungskompetenz!

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